Der geplante Abbau von Lithium auf der Koralm verzögert sich um Jahre

vor 1 Stunde · 1 Min. Lesezeit

Luftaufnahme eines Baggers und weiterer Baumaschinen in einem Steinbruch, die Bergbau- und Bautätigkeiten veranschaulicht.
Foto: 23 Audiovisual / Pexels

Der kommerzielle Abbau von Lithium auf der Koralm in Kärnten durch das Bergbauunternehmen European Lithium wird sich noch um Jahre verzögern. Derzeit ist unklar, ob für das Vorhaben eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) notwendig ist, nachdem sich das Unternehmen im Frühjahr an den Verwaltungsgerichtshof gewandt hat. Ursprünglich hatte die Kärntner Landesregierung entschieden, dass keine vertiefte Umweltprüfung erforderlich sei. Auf Einspruch von Umweltorganisationen, des steirischen Umweltanwaltes und des Kärntner Umweltbeirates verlangte das Bundesverwaltungsgericht jedoch eine neuerliche Prüfung.

Während Geschäftsführer Dietrich Wanke auf eine Gerichtsentscheidung im Herbst hofft, verweisen Umweltorganisationen auf Erfahrungen aus ähnlichen Verfahren, die auf eine Entscheidung im Jahr 2027 hindeuten. Sollte die Kärntner Behörde die UVP erneut für unnötig erklären, will die Organisation Virus den Bescheid laut Wolfgang Rehm „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ beeinspruchen. Gemeinsam mit Global 2000 fordert Virus zudem eine Prüfung der österreichischen Gesetze durch den Europäischen Gerichtshof, da diese aus ihrer Sicht dem EU-Recht widersprechen. Neben der UVP fehlen dem Unternehmen nach wie vor die Betriebserrichtungs- und Abbaugenehmigungen. An den Plänen halte man dennoch fest, wie Wanke im September bei einer Minenbesichtigung mit Studierenden der Montanuniversität Leoben und der Universität Innsbruck bekräftigte: „Wir führen das Projekt weiter, also auf jeden Fall.“

Fortschritte gibt es bei den gesellschaftsrechtlichen Plänen von European Lithium. Ein australisches Gericht legte für eine Abstimmung der Aktionäre über die Fusion mit dem an der US-Börse Nasdaq notierten Unternehmen Critical Metals den 22. Oktober als Termin fest. Der Zusammenschluss könnte im November vollzogen werden. European Lithium hält rund 30 Prozent an Critical Metals, in dessen Eigentum sich das Koralm-Vorkommen und das Projekt Tanbreez in Grönland befinden.

Eine frühere Vereinbarung mit dem Autobauer BMW über eine langfristige Abnahme des Rohstoffs besteht unterdessen nicht mehr. Wie aus dem am 30. September veröffentlichten Jahresbericht 2025/26 von European Lithium hervorgeht, wurde der Vertrag aufgelöst und eine Vorauszahlung an BMW zurückerstattet.

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