Homeoffice hat sich in sieben von zehn österreichischen Betrieben etabliert
vor 10 Stunden · 1 Min. Lesezeit

In sieben von zehn österreichischen Unternehmen ist Homeoffice mittlerweile für mindestens die Hälfte der Belegschaft möglich. Das zeigt eine gemeinsame Erhebung von Deloitte Österreich und der Universität Graz unter rund 500 Befragten. Vor allem in großen Organisationen hat sich die Arbeit im Heimbüro an zwei bis drei Tagen pro Woche als gängigstes Modell durchgesetzt, wobei das gegenseitige Vertrauen zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten als hoch eingestuft wird.
Nach einer deutlichen Zunahme seit Beginn der Pandemie im Jahr 2020 und einem leichten Rückgang im Jahr 2024 hat sich die Nutzung auf hohem Niveau stabilisiert. „Vor der Coronapandemie war Homeoffice eine Ausnahme, ab 2020 hat sich die Nutzung innerhalb kürzester Zeit vervielfacht. Nach einem ersten leichten Rückgang 2024 zeigt sich: Die Entwicklung hat sich auf hohem Niveau eingependelt. Homeoffice ist damit vom Krisenmodell zum festen Bestandteil des österreichischen Arbeitsalltags geworden“, erklärte Isabella Schleifer, Director im Bereich Human Capital bei Deloitte Österreich.
Obwohl die Beschäftigten mit den bestehenden Vereinbarungen größtenteils zufrieden sind, wünscht sich ein Drittel von ihnen mehr Flexibilität und häufigere Einsätze im Homeoffice. Auch bei Neuanstellungen steigen die Erwartungen an ortsungebundenes Arbeiten, denn die Hälfte der Unternehmen beobachtet ein gestiegenes Interesse von Bewerberinnen und Bewerbern an entsprechenden Angeboten.
Führungskräfte stehen einer weiteren Ausweitung der Heimarbeit dennoch zurückhaltend gegenüber. „Die Befragung zeigt ein klares Spannungsfeld: Einerseits werden die Auswirkungen von Homeoffice auf die Arbeitgeberattraktivität sowie auf Gesundheit, Produktivität und Ergebnisorientierung überwiegend positiv bewertet. Andererseits zeigen sich deutliche Herausforderungen auf sozialer und organisationsbezogener Ebene. Insbesondere der informelle Austausch, persönliche Kontakte und die Vernetzung leiden aus Sicht der Befragten unter der neuen Art der Zusammenarbeit“, betonte Bettina Kubicek, Professorin für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Graz.
Neben der Ortsunabhängigkeit hat sich Gleitzeit als wesentliches Modell für zeitliche Flexibilität gefestigt. Andere Gestaltungsformen wie Sabbaticals, Jobrotation oder teilautonome Teams kommen dagegen seltener zum Einsatz. Neun von zehn Unternehmen betrachten flexible Arbeitsregelungen primär als Angebot und Benefit für ihre Mitarbeitenden.
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