Wifo-Chef Gabriel Felbermayr schlägt schrittweise Anhebung des Pensionsantrittsalters auf 67 Jahre vor

vor 11 Stunden · 1 Min. Lesezeit

Professioneller Mann im Anzug hält ein Smartphone in einem hellen Innenraum.
Foto: Antoni Shkraba / Pexels

Der Leiter des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo), Gabriel Felbermayr, hat am Montag im Klub der Wirtschaftspublizisten ein Modell zur schrittweisen Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters von 65 auf 67 Jahre vorgestellt. Betroffen wären Personen ab dem Geburtsjahrgang 1970, für den Jahrgang 1976 würde das Regelpensionsalter die Zielmarke von 67 Jahren erreichen. Bei einer Vorlaufzeit von zehn Jahren könnte die Anhebung zwischen den Jahren 2036 und 2042 in Etappen erfolgen.

Felbermayr warnte davor, die Reformen bei Pensionen und Pflege weiter aufzuschieben. „Wenn wir jetzt einsteigen, dann dauert das 15 Jahre, bis das umgesetzt ist. Und wenn man sich politisch nicht traut, dann dauert es 20 Jahre“, sagte Felbermayr. Werde der Einstieg in die Reform verabsäumt, werde die Wand, an die man prallt, immer steiler. Weil gesetzliche Beschlüsse lange Übergangsfristen benötigten, würden sich spürbare finanzielle Entlastungseffekte erst in 20 bis 30 Jahren einstellen.

Befürchtungen bei älteren Generationen wies der Wifo-Chef zurück, da den bestehenden Pensionen nichts weggenommen werde. Neben den Pensionen steige durch die demografische Entwicklung auch der Druck auf das Gesundheits- und Pflegesystem. Wenn sich die Gruppe der über 80-Jährigen künftig verdopple, verdoppelten sich auch die damit verbundenen Kosten, wofür Österreich organisatorisch und finanziell nicht vorbereitet sei.

Den Vorschlag von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) für einen staatlichen Pensionsfonds bezeichnete Felbermayr als grundsätzlich richtig, aber in Teilen als „halbert“. Es sei zwar sinnvoll, Dividenden der Staatsholding ÖBAG zu nutzen, es sollten jedoch die kompletten Erträge und nicht lediglich 700 Millionen Euro dafür herangezogen werden. Die sogenannte Aktivpension kritisierte er zudem als wenig treffsicher und mit großen Mitnahmeeffekten behaftet.

Eine Absage an ein höheres gesetzliches Pensionsantrittsalter erteilten der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB), die Arbeiterkammer und der SPÖ-nahe Pensionistenverband. NEOS-Sozialsprecher Johannes Gasser sprach sich hingegen für weiterführende Pensionsreformen aus.

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