Alternativer Nobelpreis geht an vier Frauen und Frauenorganisationen
vor 16 Stunden · 1 Min. Lesezeit

Die schwedische Right-Livelihood-Stiftung hat am 30. September 2026 in Stockholm die Trägerinnen des Right Livelihood Awards bekanntgegeben. Vergeben wird der sogenannte Alternative Nobelpreis in diesem Jahr ausschließlich an vier Frauen und von Frauen geführte Organisationen. Dass keine Männer unter den Preisträgern sind, sei laut Stiftungsgeschäftsführer Ole von Uexküll keine bewusste Entscheidung der Jury gewesen, sondern spiegele die weltweiten Nominierungen wider.
Zu den Preisträgern gehört die Georgian Young Lawyers' Association, die sich in Georgien gegen den Abbau demokratischer Strukturen einsetzt. Seit dem Wahlsieg der Partei Georgischer Traum bei der Parlamentswahl 2024 werden im Land Medienschaffende behindert und Nichtregierungsorganisationen unter Druck gesetzt. Die georgische Juristenvereinigung hat nach Angaben der Stiftung in den vergangenen 30 Jahren in 1,5 Millionen Fällen kostenlose Rechtshilfe für Bürger geleistet. „Wir nutzen das Recht, um ihre Freiheit, ihre Würde, ihre Stimme zu schützen“, sagte die Vorsitzende Tamar Oniani.
Als Einzelperson wird die pakistanische Menschenrechtsanwältin Jalila Haider aus der ethnischen Minderheit der Hazara ausgezeichnet. Sie engagiert sich gegen Unterdrückung und Diskriminierung, von denen Minderheiten in Pakistan betroffen sind. Ein weiterer Preis geht an die Rural Women's Assembly, eine Bewegung von mehr als 178.000 Kleinbäuerinnen aus elf Ländern im südlichen Afrika.
Ebenfalls prämiert wird die in Äthiopien geborene Informatikerin Timnit Gebru aus den USA. Von Uexküll begründete die Entscheidung damit, dass Gebru frühzeitig Machtverhältnisse, Umweltzerstörung und Vorurteile im Zusammenhang mit großen KI-Sprachmodellen kritisiert habe. Alle Ausgezeichneten bauten Macht von unten auf, um Menschen Selbstwirksamkeit gegenüber globalen Krisen zu ermöglichen.
Der Right Livelihood Award wurde 1980 von dem deutsch-schwedischen Publizisten Jakob von Uexküll ins Leben gerufen. Dieser wollte die Ehrung ursprünglich im Rahmen der offiziellen Nobelpreise vergeben, was die Nobelstiftung ablehnte. Die schwedische Stiftung vergibt den Preis seit mehr als 40 Jahren für Verdienste in den Bereichen Umweltschutz, Frieden und Menschenrechte.
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