Automobilclub von Deutschland warnt vor Risiken bei Autoreparaturen in Eigenregie
28. September 2026 · 2 Min. Lesezeit

Der Automobilclub von Deutschland (AvD) hat vor Risiken bei Reparaturen an Fahrzeugen in Eigenregie gewarnt und zugleich Empfehlungen für Arbeiten durch Laien abgegeben. Während sich einfache mechanische Handgriffe oft selbst ausführen lassen, rät der Club bei Störungen der Fahrzeugelektronik sowie bei sicherheitsrelevanten Komponenten wie der Steuerkette zur Fachwerkstatt. Nach Angaben des AvD erfordert die Fehlersuche in modernen Systemen Diagnosegeräte zum Auslesen des Fehlerspeichers, über die Privathaushalte in der Regel nicht verfügen.
„Als Faustregel kann gelten: Eine Reparatur mechanischer Bauteile ist in der Regel einfacher umzusetzen, als Störungen der Elektronik zu beheben. Bei Letzteren sollte daher besser eine Fachwerkstatt ran“, teilte der Automobilclub mit. Beim Austausch von Teilen der Bordelektronik oder ganzer Steuergeräte sollten Halter auf eigene Eingriffe verzichten. Der Club begründete dies mit der Gefahr, „dass die Funtionstüchtigkeit nicht wiederhergestellt wird oder sich das Problem sogar weiter verschlimmert“. Zudem führen eigenmächtige Arbeiten zum Verlust von Garantie- und Gewährleistungsansprüchen gegenüber Herstellern.
Eine Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag von mobile.de belegt das wachsende Interesse an Eigenreparaturen in Deutschland. Im Jahr 2023 gaben 45,7 Prozent der Befragten an, selbst Hand an ihr Fahrzeug zu legen, was einem Anstieg um 7,3 Prozentpunkte im Vergleich zu 2021 entspricht. Als Gründe nannten 69,3 Prozent finanzielle Einsparungen, 48,4 Prozent das Vermeiden von Wegen und 39,6 Prozent den Spaß am Werkeln. Am häufigsten führten die Befragten Reifenwechsel (62 Prozent), Batteriewechsel (50 Prozent), Polituren (44,6 Prozent), Ölwechsel (38 Prozent) sowie den Austausch von Sicherungen und Relais (36,8 Prozent) durch.
Bei Reparaturen auf öffentlichen Verkehrsflächen greifen rechtliche Vorgaben der Straßenverkehrsordnung, wonach andere Verkehrsteilnehmer nicht behindert werden dürfen. Notfallmäßige Radwechsel nach einer Panne sind am Straßenrand unter Absicherung mit Warnblinker, Warndreieck und Warnweste gestattet, während sonstige Arbeiten auf Parkplätze oder Privatgrundstücke verwiesen werden. Für Arbeiten wie den Ölwechsel verlangt der Gesetzgeber zertifizierte Auffangvorrichtungen, damit kein Altöl in den Boden gelangt. Bei der Beschaffung von Teilen empfiehlt der Club den Abgleich über die Hersteller- und Typschlüsselnummern aus dem Kraftfahrzeugschein.
Nach Einschätzung der Versicherung Allianz kann die Reparatur bestehender Bauteile anstelle des Austauschs zudem Kosten senken und Treibhausgase verringern. Eine bundesweite Steigerung der Reparaturquote um zwei Prozentpunkte würde nach Berechnungen des Versicherers jährlich rund 5000 Tonnen Kohlendioxid einsparen. Diese Einsparung entspricht dem jährlichen Energieverbrauch von 860 Haushalten.
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