Britischer Premierminister Burnham schließt Rückkehr in die EU nicht aus

vor 12 Stunden · 1 Min. Lesezeit

Vor dem Big Ben in London weht vor einem klaren blauen Himmel die Union Jack-Flagge.
Foto: Oskar Młodziński / Pexels

Der britische Premierminister Andy Burnham hat eine Grundsatzdebatte über die künftigen Beziehungen seines Landes zur Europäischen Union angestoßen und eine Rückkehr in die Staatengemeinschaft nicht ausgeschlossen. Man müsse ohne Scheuklappen prüfen, wie es weitergehe, sagte Burnham dem Sender BBC. Nach seinen Angaben reichen die Optionen vom Beibehalten des Status quo über eine Zollunion bis hin zu einer Rückkehr in den EU-Binnenmarkt oder einem vollständigen Wiederbeitritt.

„Oder wir könnten den ganzen Weg gehen“, sagte der Premier mit Blick auf einen möglichen Wiedereintritt. Auf einem Parteitag der Labour-Partei hatte Burnham zuvor betont: „Der Brexit hat mehr Schaden als Nutzen angerichtet.“ Der Regierungschef, der im Juli Keir Starmer an der Spitze des Kabinetts abgelöst hatte, will bei einem britisch-europäischen Gipfel im November konkrete Optionen für das langfristige Verhältnis zur EU skizzieren. Das Land könne sich kein weiteres Jahrzehnt der Unsicherheit in dieser Frage leisten.

Großbritannien hatte 2016 für den Austritt aus der EU gestimmt. Zehn Jahre nach dem Votum bereut laut Umfragen eine klare Mehrheit der Bevölkerung diesen Schritt, auch wenn das Land in der Frage weiterhin tief gespalten bleibt. Burnham hatte bereits in der Vergangenheit erklärt, er würde es begrüßen, wenn das Vereinigte Königreich noch zu seinen Lebzeiten wieder Mitglied der EU würde. Sebastien Maillard von der britischen Denkfabrik Chatham House wies im Sommer darauf hin, dass wirtschaftsliberal und transatlantisch ausgerichtete Mitgliedstaaten London bis heute als Gegengewicht zu Ländern wie Frankreich vermissen, das etwa eine gemeinsame Schuldenaufnahme durchgesetzt hatte.

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