Bundeskanzler Friedrich Merz warnt bei Verleihung des Westfälischen Friedenspreises an die NATO vor Russland
1. Oktober 2026 · 1 Min. Lesezeit

Bundeskanzler Friedrich Merz hat bei der Verleihung des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens an die NATO am 1. Oktober 2026 in Münster vor einer Ausweitung russischer Aggressionen gewarnt. In seiner Laudatio würdigte Merz das Bündnis als „Allianz der Freiheit“, die seit drei Generationen für Sicherheit und Frieden im euro-atlantischen Raum bürge. Die Allianz schütze die Sicherheit sowie den Wohlstand und diene dem Frieden.
Frieden und Freiheit in Europa stünden derzeit durch den „gewalttätigen, expansiven Revisionismus Russlands“ auf dem Spiel, sagte Merz in seiner Grundsatzrede. Wenn es nicht gelinge, Moskau Einhalt zu gebieten, werde sich die russische Kriegsmaschinerie früher oder später direkt gegen die NATO richten. Als mögliche Szenarien nannte der Kanzler einen Drohnenkrieg über dem Baltikum wie im ostukrainischen Donbass-Gebiet sowie Angriffe mit ballistischen Raketen auf europäische Großstädte. Deutschland müsse sich zudem auf weitere und auch schwere hybride Angriffe einstellen.
Merz warnte vor einem Nachlassen der Unterstützung für Kiew und betonte: „Wanken wir in Deutschland, dann wankt Europa. Wankt Europa, dann wankt auch die Ukraine.“ Die Milliardenhilfen für das Land sicherten Freiheit und Sicherheit in Deutschland, das sich weder durch russische Attacken noch durch „Parolen der AfD und ihrer russischen Hintermänner“ spalten lasse. NATO-Generalsekretär Mark Rutte nahm die Auszeichnung in Münster entgegen und erklärte, dass der russische Präsident Wladimir Putin mit dem Versuch, einzuschüchtern und herauszufordern, keinen Erfolg haben werde.
Die Verleihung fand unter hohen Sicherheitsauflagen statt, während in der Innenstadt Demonstranten gegen die Ehrung des Militärbündnisses protestierten. Die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe vergibt die mit 100.000 Euro dotierte Auszeichnung in der Regel alle zwei Jahre. Das Preisgeld der NATO wird an eine gemeinnützige Organisation in der Ukraine weitergeleitet. Der zusätzlich vergebene Jugendpreis ging an das 2012 gegründete Netzwerk „socioMovens - Giving Europe a Soul“ für dessen Engagement in internationalen Jugendprojekten.
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