Bundesregierung weist Sefe zum Gaseinkauf vor dem Winter an
1. Oktober 2026 · 1 Min. Lesezeit

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat das Energieunternehmen Sefe angewiesen, bis zum 15. Dezember acht Terrawattstunden Gas zu beschaffen und einzuspeichern. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sprach die Maßnahme vorab mit dem Bundeskanzler ab, zuerst hatte das „Handelsblatt“ über die Entscheidung berichtet. Damit greift die Bundesregierung zum zweiten Mal innerhalb von fünf Jahren direkt in den Gasmarkt ein, um die Versorgung im Winter abzusichern.
Hintergrund sind die historisch niedrigen Füllstände der deutschen Anlagen. Ende September waren die Gasspeicher nur zu 57,74 Prozent gefüllt. Selbst im Jahr 2022, als Russland die deutschen Speicher absichtlich leer laufen ließ, lagen die Füllstände über dem aktuellen Niveau. Anfang September hatte die Bundesregierung eingeräumt, dass einige Speicher vor Beginn des Winters technisch nicht mehr vollständig befüllt werden können.
Reiche will bei dem Eingriff einen starken Preisanstieg an den Handelsplätzen vermeiden. Im Jahr 2022 hatte die damalige Ampelregierung im August Gas „zu jedem Preis“ einkaufen lassen, was den Staat Milliarden Euro kostete und die Gaspreise zeitweise auf bis zu 300 Euro pro Megawattstunde trieb, verglichen mit einem Vorkrisenniveau von acht Euro. Sefe soll daher einen Handlungsspielraum behalten und eigenständig entscheiden, wann und zu welchen Preisen die Mengen beschafft werden. Die Anweisung entbindet andere Gashändler laut Ministerium nicht von der Pflicht, weiterhin für die Wintermonate vorzusorgen.
Die Ausgangslage für die Einspeicherung war bereits im Frühjahr schwierig, nachdem die Speicher nach einem kalten Winter auf 20 Prozent geleert worden waren. Angriffe der USA und Israels auf den Iran, die Sperrung der Straße von Hormus und zerstörte Gasinfrastruktur im Nahen Osten trieben die Einkaufspreise weiter nach oben. Händler und der Gasspeicherverband Ines hatten wiederholt darauf hingewiesen, dass die Einspeicherung zum Verlustgeschäft werde und bei einem harten Winter ein Gasmangel drohe.
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