Chronisch Kranke sprechen selten mit Ärzten über Gürtelrose
vor 23 Stunden · 1 Min. Lesezeit

Die Hälfte der Menschen ab 50 Jahren mit chronischen Erkrankungen hat noch nie mit Ärzten über Gürtelrose gesprochen, obwohl Vorerkrankungen das Erkrankungsrisiko um bis zu 30 Prozent erhöhen. Das geht aus einer Umfrage des Instituts Ipsos Healthcare im Auftrag des Herstellers GSK hervor, die zur Fokuswoche Gürtelrose 2026 veröffentlicht wurde.
Für die Erhebung wurden im Oktober 2025 in Deutschland, Irland, Portugal, Italien, den USA, Brasilien, Japan, Indien und China jeweils bis zu 500 Personen mit Grunderkrankungen wie Diabetes, Asthma, COPD, Nierenleiden oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen befragt. Unter den Befragten, die bereits an einer Gürtelrose erkrankt waren, berichtete die Hälfte von starken, den Alltag beeinträchtigenden Schmerzen. Mehr als ein Drittel gab an, dass die Nervenerkrankung sie an der Arbeit oder an der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben gehindert habe.
In der Gruppe der chronisch Kranken besteht ein Wissensdefizit über die Zusammenhänge mit dem eigenen Immunsystem. Zwar befürchten zwei Drittel einen krankheitsbedingten Klinikaufenthalt und drei Viertel sorgen sich vor Einschränkungen im Alltag. Gleichzeitig nimmt ein Drittel an, die chronische Erkrankung habe keinen Einfluss auf das Gürtelrose-Risiko. Fast die Hälfte der Befragten kann den Zusammenhang nicht erklären, während ein Viertel kaum oder gar kein Wissen über Gürtelrose angibt.
Die ärztliche Ansprache bleibt trotz regelmäßiger Praxisbesuche von fast drei Vierteln der Zielgruppe meist aus. Dabei würden 46 Prozent der Befragten über Gürtelrose sprechen, wenn das Praxispersonal das Thema aktiv aufgreift. Bei Patienten mit Diabetes liegt diese Bereitschaft bei 58 Prozent, bei chronischen Atemwegserkrankungen bei 56 Prozent und bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei 55 Prozent. Unterschiede in der Versorgungspraxis hält auch der Barmer Arzneimittelreport 2025 fest. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Schutzimpfung gegen Gürtelrose für alle Menschen ab 60 Jahren sowie für Personen mit chronischen Erkrankungen ab 18 Jahren.
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