Enttäuschende Geschäftszahlen von Nike stützen die Aktien von Adidas und Puma

vor 6 Stunden · 2 Min. Lesezeit

Nahaufnahme von den Füßen eines Kindes, das graue Turnschuhe auf einem bunten Spielplatz trägt.
Foto: Stephen Andrews / Pexels

Der US-Sportartikelhersteller Nike hat nach Börsenschluss in den USA enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt und damit Kursgewinne bei den deutschen Wettbewerbern Adidas und Puma ausgelöst. Im vergangenen Quartal fiel der Umsatz von Nike im Jahresvergleich um vier Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar, während der Gewinn um zwei Prozent auf 712 Millionen Dollar sank. Für das gesamte Geschäftsjahr stellte der Weltmarktführer einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht.

An der Wall Street verlor das Papier des Unternehmens im vorbörslichen Handel zeitweise mehr als zehn Prozent. Ein Sparprogramm, das in den kommenden Jahren rund 2,5 Milliarden Dollar einsparen soll, konnte die Anleger nicht beruhigen. Die Aktien von Adidas im DAX und von Puma im MDAX drehten nach anfänglichen Verlusten am Vormittag mit bis zu rund zwei Prozent ins Plus.

Branchenexperten führen die Einbußen von Nike vor allem auf strategische Fehler im Vertrieb zurück, da der Konzern auf Kosten des Einzelhandels verstärkt auf eigene Vertriebskanäle gesetzt hatte. Auf dem US-Markt übernahmen Konkurrenten wie Adidas dadurch freigewordene Regalflächen im Handel. Zudem brach der Umsatz von Nike in China zuletzt um fast ein Viertel ein, was Fachleute auch auf fehlende marktspezifische Entwicklungen zurückführen.

Adidas passte seine Kollektionen an den chinesischen Guochao-Trend an und zeigte auf der Shanghai Fashion Week im vergangenen Jahr über 100 gemeinsam mit lokalen Designern entwickelte Entwürfe. Im zweiten Quartal dieses Jahres erzielte der deutsche Konzern einen Rekord-Nettoumsatz von 6,7 Milliarden Euro und steigerte das operative Ergebnis um fünf Prozent auf 574 Millionen Euro.

Der ebenfalls im Umbau befindliche und operativ mit Verlusten arbeitende Konkurrent Puma hofft ebenfalls auf zusätzliche Marktanteile. Vorstandschef Arthur Höld erklärte bei der Vorlage der Halbjahreszahlen: „Nach einem soliden ersten Quartal und einem erwartungsgemäß schwächeren zweiten Quartal rechnen wir mit einer schrittweisen Verbesserung der Umsätze in der zweiten Jahreshälfte dieses Jahres. Das stimmt uns für die weitere Entwicklung des Gesamtjahres zuversichtlich und wir bestätigen unseren Ausblick.“

Der deutsche Leitindex DAX stieg unterdessen gestützt von sinkenden Energiepreisen wieder über die Marke von 25.000 Punkten. Die Finanzmärkte blicken am Nachmittag auf die Veröffentlichung der neuen US-Arbeitsmarktdaten, von denen sich Investoren Signale für die Zinspolitik der Federal Reserve erwarten. Frank Sohlleder, Analyst bei ActivTrades, sagte: „Ein starker Arbeitsmarktbericht droht hingegen, die aktuelle Talfahrt drastisch zu beschleunigen.“

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