Extremer Hitzesommer hinterlässt deutliche Spuren an den Finanzmärkten

Der auslaufende Hitzesommer verursacht in der deutschen Volkswirtschaft Schätzungen zufolge Einbußen von bis zu 42 Milliarden Euro und prägt die Bilanzen börsennotierter Konzerne. Neben Ernteausfällen und niedrigen Flusspegeln dämpften gesundheitliche Schäden sowie eine geringere Leistungsfähigkeit der Beschäftigten die wirtschaftliche Entwicklung. Für den Agrarsektor der Europäischen Union bezifferte EU-Agrarkommissar Christophe Hansen die Schäden durch Hitze, Dürre und Brände auf 14 bis 17 Milliarden Euro.
In Deutschland sank die Getreideerntemenge laut Erntebilanz im Vergleich zum Vorjahr um 7,3 Prozent. Unter den Folgen der Witterung und gestiegenen Rohstoffkosten leidet unter anderem der Schokoladenkonzern Lindt & Sprüngli, dessen Aktie in Zürich auf ein Jahrestief fiel. Das Unternehmen senkte seine Umsatzprognose und rechnet nach zuvor anvisierten vier bis sechs Prozent nun im besten Fall mit zwei Prozent Wachstum. Nach Ernteausfällen in Westafrika verteuerte sich eine Tafel Schokolade laut dem Statistischen Bundesamt im August im Schnitt um 69 Prozent gegenüber 2020, worauf Konsumenten während der Hitzephasen mit Kaufzurückhaltung reagierten.
Niedrige Pegelstände behinderten zudem Industrieunternehmen, die auf Vorprodukte warten oder auf teurere Straßentransporte ausweichen mussten. An den Börsen verzeichneten einzelne Anbieter hingegen Zuwächse durch verändertes Konsumverhalten und Preisbewegungen. Südzucker erhöhte seine Prognosen wegen gestiegener Notierungen für Zucker und Ethanol infolge von Ernteausfällen bei Zuckerrohr, Mais und Weizen. Der Baumarktkonzern Hornbach steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr des Bilanzjahres 2026/27 um sechs Prozent auf 3,8 Milliarden Euro, während das bereinigte operative Ergebnis um knapp fünf Prozent auf 285,6 Millionen Euro stieg.
Verantwortlich für das Ergebnis bei Hornbach war die Nachfrage nach Klimageräten sowie Artikeln zur Beschattung und Bewässerung. Das Unternehmen gewann in Deutschland und weiteren europäischen Ländern Marktanteile und bestätigte die Jahresprognose. Am Gesamtmarkt legte der DAX bis zum frühen Nachmittag um 0,8 Prozent auf 25.590 Punkte zu, gestützt durch Berichte über Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über den Golfstaat Katar.
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