Finanzexperten erwarten ungeachtet hoher Anleiherenditen weitere Kursgewinne an den Aktienmärkten
vor 3 Stunden · 1 Min. Lesezeit

Vier Finanzexperten haben sich in einer am Mittwoch veröffentlichten Befragung des Nachrichtensenders ntv mehrheitlich zuversichtlich für die Entwicklung der Aktienmärkte bis zum Jahresende geäußert. Trotz Rekordständen an den Börsen in den USA, Europa und Japan sehen die Fachleute die Kurse durch wachsende Unternehmensgewinne und den Investitionszyklus bei Künstlicher Intelligenz gestützt, wenngleich geopolitische Spannungen und Zinsrisiken bestehen bleiben.
Nach den Leitzinsanhebungen der Europäischen Zentralbank und der US-Notenbank Federal Reserve im September erwartet Reinhard Pfingsten für Oktober einen Zinsschritt der Fed um 25 Basispunkte und im Dezember eine letzte Erhöhung der EZB um 25 Basispunkte. Bis zum Jahresende werde der Inflationsdruck nachlassen, bevor im zweiten Halbjahr 2027 bei beiden Notenbanken jeweils zwei Zinssenkungen um 25 Basispunkte folgen könnten.
Zehnjährige US-Staatsanleihen werfen derzeit Renditen von gut fünf Prozent ab, während zehnjährige Bundesanleihen bei rund 3,5 Prozent liegen. Claus Langohr sieht in den Renditen, die das Niveau der Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 erreichen, eine Belastung für Aktienbewertungen. Langohr verwies zudem auf die US-Staatsschulden, die 40 Billionen Dollar überschritten haben und mit einer jährlichen Neuverschuldung von voraussichtlich sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts einhergehen.
An der Wall Street erreicht der IT-Sektor im Leitindex S&P 500 inzwischen einen Anteil von 38 Prozent. Da Konzerne wie Amazon, Alphabet und Oracle ihre Rechenzentren zunehmend über Anleihen finanzieren, plädierte Marco Rumpf für eine Verlangsamung des Investitionstempos, während Michael Wittek betonte, dass der hohe Bedarf an Infrastruktur die Nachfrage stütze.
Bei der Portfoliostrukturierung setzen die Experten neben ertragsstarken Qualitätsaktien auf kürzer laufende Anleihen sowie Gold zur Absicherung gegen Inflation und Staatsschulden. Rumpf nannte als ergänzende Bausteine digitale Vermögenswerte wie Bitcoin, Ethereum, Solana und Hyperliquid.
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