Wall Street schließt nach Zinssorgen und schwachen Konjunkturdaten im Minus
vor 8 Stunden · 2 Min. Lesezeit

Die US-Börsen haben am Dienstag im Zuge von Zinssorgen mit leichten Verlusten geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab um 0,3 Prozent auf 51.349 Punkte nach. Für den breiter gefassten S&P 500 ging es um 0,2 Prozent auf 7670 Zähler abwärts, während der technologielastige Nasdaq um 0,1 Prozent auf 26.797 Punkte verlor.
Zeitweise hatten deutliche Renditesteigerungen am US-Anleihemarkt die Aktienkurse stärker unter Druck gesetzt. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen stieg zeitweilig auf 5,293 Prozent und markierte damit den höchsten Stand seit Juni 2007. Bei den 30-jährigen Papieren kletterte der Wert mit 5,6206 Prozent auf den höchsten Stand seit Juni 2002. Eine spätere Beruhigung der Renditen sowie sinkende Ölpreise grenzten die Kursverluste im weiteren Handelsverlauf wieder ein.
Zur Entspannung trugen auch Aussagen von John Williams bei, dem Chef der US-Notenbank in New York, wonach die Federal Reserve Zeit habe, die Daten vor der nächsten Zinsentscheidung abzuwägen. Laut dem FedWatch-Tool der CME fiel die Markterwartung für eine Zinserhöhung im Oktober daraufhin von fast 70 auf gut 51 Prozent. Andere Notenbankvertreter äußerten sich dagegen vorsichtiger. Fed-Gouverneur Michael Barr sprach sich für weiteren Handlungsbedarf aus, und der Präsident der Fed in Chicago, Austan Goolsbee, bezeichnete es als „Spiel mit dem Feuer“, die Inflation über Jahre hinweg über dem Zielwert zu belassen.
Aktuelle Konjunkturdaten lieferten gemischte Signale für den geldpolitischen Kurs. Die Zahl der offenen Stellen in den USA ging im August stärker als erwartet auf rund 7,08 Millionen zurück, während das Verbrauchervertrauen im September auf den tiefsten Stand seit fast zwölfeinhalb Jahren fiel. Anleger warten in dieser Woche auf den am Mittwoch anstehenden Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) und den monatlichen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag.
Unter den Einzelwerten standen Technologiekonzerne und Hypothekendienstleister im Fokus. Aus dem Börsenprospekt des Unternehmens Anthropic ging eine angestrebte Bewertung von mehr als zwei Billionen Dollar hervor. Die Aktien von Meta stiegen um 3,3 Prozent, obwohl OpenAI neue Agenten als Konkurrenz zum Meta-Produkt Muse präsentierte. Nach Vorlage von Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal legten die Anteilscheine des Gebrauchtwagenhändlers CarMax um 4,7 Prozent zu.
Papiere des Bonitätsprüfers FICO brachen unterdessen um 26,5 Prozent ein. Auslöser war eine Ankündigung der Aufsichtsbehörde FHFA, dass die staatlich gestützten Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac künftig ein einheitliches Preisraster verwenden werden. FHFA-Chef Bill Pulte hatte FICO zuvor mehrfach vorgeworfen, die Kosten für Verbraucher unnötig hoch zu halten.
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