Magazin
1. Oktober 2026–◷ 1 Min. Lesezeit

Norwegen meldet Bereitschaft für Gaslieferungen nach Europa im Winter

Militärpersonal, das die Landung eines Hubschraubers auf dem Deck eines Schiffs mit malerischem Ozean- und Bergpanorama leitet.
Foto: Germannavyphotograph / Pexels

Der staatliche norwegische Pipelinebetreiber Gassco hat am Donnerstag mitgeteilt, dass das Land für umfangreiche Erdgaslieferungen nach Europa im kommenden Winter gerüstet ist. Zuvor hatte das Unternehmen Instandhaltungsarbeiten abgeschlossen, die im September zu einer Drosselung der Liefermengen geführt hatten.

„Mit dem Beginn der Wintersaison, abgeschlossenen Wartungsarbeiten und einem gut funktionierenden Transportsystem ist der norwegische Festlandsockel gut gerüstet, um die Nachfrage aus Europa zu decken“, sagte der Direktor für den Systembetrieb bei Gassco, Alfred Skaar Hansen. Norwegen ist seit der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 der größte Gaslieferant Europas und deckt rund 30 Prozent der Nachfrage der Europäischen Union sowie Großbritanniens ab.

Der europäische Gaspreis hat sich im laufenden Jahr wegen des Kriegs im Iran und der damit einhergehenden Einschränkungen bei den Rohstofflieferungen fast verdreifacht. Zugleich stehen europäische Staaten wie Deutschland unter Zeitdruck, ihre ungewöhnlich niedrigen Füllstände der Speicher vor dem Wintereinbruch aufzufüllen.

In Österreich liegt der Füllstand der Gasspeicher aktuell bei knapp 67 Prozent, was rund 67,1 Terawattstunden (TWh) entspricht. Vor einem Jahr waren die heimischen Speicher besser gefüllt. Der österreichische Jahresverbrauch liegt bei 75 bis 80 TWh, wobei die gelagerten Mengen nicht ausschließlich für das Inland bestimmt sind.

Laut Daten der Regulierungsbehörde E-Control entfallen 20 TWh auf die strategische Gasreserve der Republik Österreich, während ausländische Speicherkunden etwas mehr als 30 TWh eingelagert haben. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer äußerte sich zur heimischen Versorgungslage zuversichtlich: „Unsere Öl- und Gasspeicher sind im internationalen Vergleich gut gefüllt, und die Versorgung ist aktuell gesichert“, erklärte er vor zwei Wochen.

Mehr zum Thema