Wiederkehr kündigt Aufklärungskampagne zu Bildschirmzeiten von Kindern an
vor 10 Stunden · 1 Min. Lesezeit

Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) will Eltern beim Thema Bildschirmzeit von Kindern stärker unterstützen. Bei einem runden Tisch mit Stakeholdern sowie Expertinnen und Experten aus dem Bildungs-, Gesundheits- und Jugendbereich hat das Ministerium am Mittwoch den Auftakt für eine gemeinsame Initiative gesetzt. Neben einer Aufklärungskampagne kündigte das Bildungsministerium eine Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium und dem Digitalisierungsstaatssekretariat an.
Ziel des gestarteten Prozesses seien digital kompetente Kinder, die nicht von ihren Endgeräten beherrscht werden, sagte Wiederkehr bei einer Pressekonferenz. Dafür müsse man bereits vor dem Schuleintritt ansetzen und Bewusstsein in den Familien schaffen. Der runde Tisch sei dabei der erste Schritt für weiterführende Maßnahmen.
Kinder und Jugendliche verbringen an einem gewöhnlichen Wochentag aktuell rund viereinhalb Stunden online, erklärte der Kinderarzt Klaus Vavrik bei dem gemeinsamen Medientermin. Vavrik sprach von einem „Verlust an Lebenszeit“ und betonte, soziale Netzwerke seien nicht sozial, sondern gezielt darauf ausgelegt, abhängig zu machen. Die Vorbildwirkung der Eltern sei entscheidend, allerdings sei die jetzige Elterngeneration selbst bereits „völlig grenzenlos“ mit sozialen Netzwerken aufgewachsen.
Die geplante Kampagne soll Eltern Hilfestellung bei konkreten Fragen bieten, etwa ab wann Smartphones sinnvoll sind und welche Nutzungszeiten für welche Altersstufe passen. Auf Plakaten mit der Aufschrift „Die beste Verbindung ist offline“ werden Familien abseits von Mobiltelefonen gezeigt.
Für den Alltag empfahl Vavrik konkrete Richtwerte für die verschiedenen Altersstufen. Kinder zwischen null und drei Jahren sollten demnach vollständig „bildschirmfrei“ aufwachsen. Bis zum Alter von neun Jahren sollten Kinder Bildschirme nur kurz und stets mit Begleitung von Erwachsenen nutzen. Für ältere Kinder ab zwölf Jahren nannte der Mediziner eine Obergrenze von maximal zwei Stunden Bildschirmzeit am Tag.
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