Argentinien will Staatsbürgerschaft künftig gegen Investitionen vergeben

vor 46 Minuten · 1 Min. Lesezeit

Detaillierte Ansicht der argentinischen Währung mit Illustrationen von Wildtieren.
Foto: Patricia Bozan / Pexels

Argentinien will ausländischen Geldgebern im Gegenzug für Investitionen die Staatsbürgerschaft des Landes verleihen. Ein entsprechendes Programm kündigte Wirtschaftsminister Luis Caputo im Rahmen der „Argentina Week“ in Paris an, wie die Regierung mitteilte. Anträge für das Verfahren können ab diesem Quartal eingereicht werden.

Vorgesehen sind dafür zwei Wege. Interessierte können entweder eine direkte, nicht erstattungsfähige Einzahlung in Höhe von 350.000 US-Dollar (rund 311.000 Euro) an das argentinische Finanzministerium leisten oder ein neu geschaffenes staatliches Wertpapier im Wert von 800.000 US-Dollar (rund 710.000 Euro) zeichnen. Auch nahe Angehörige des Hauptantragstellers können die Einbürgerung beantragen: Für Ehepartner sowie unverheiratete und kinderlose Kinder im Alter von 18 bis 25 Jahren ist eine Einzahlung von 100.000 US-Dollar vorgesehen, bei Minderjährigen liegt die geforderte Summe bei 25.000 US-Dollar.

Mit dem Schritt soll der Kapitalzufluss gefördert und das Investitionsklima gestärkt werden. Die Anträge sollen einem strengen Prüfverfahren unterzogen werden, um „die nationale Sicherheit, die Integrität des Finanzsystems und das internationale Ansehen“ der Staatsbürger zu wahren. Die Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Transformation unter Präsident Javier Milei. Dessen Regierung senkte die Inflation zwar von rund 25 auf 3 Prozent, das Wirtschaftswachstum lag 2025 mit 4,4 Prozent allerdings unter der OECD-Prognose von 5,2 Prozent.

Zudem verteilt sich die wirtschaftliche Entwicklung ungleichmäßig über die Branchen. Während die Landwirtschaft, der Bergbau und Finanzdienstleistungen zulegen, verzeichnen der Einzelhandel, das produzierende Gewerbe sowie das Baugewerbe Probleme. Bei sinkenden Reallöhnen und schwachem Konsum gingen seit dem Amtsantritt von Milei nach offiziellen Angaben rund 240.000 sozialversicherungspflichtige Jobs verloren. Nach Zahlen der Konrad-Adenauer-Stiftung arbeiten etwa 40 Prozent der Bevölkerung in informellen Beschäftigungsverhältnissen. Für 2026 rechnet die OECD mit einem argentinischen Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent.

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