Polizei geht mit Razzia gegen bundesweit aktive Prüfungsbetrüger vor
vor 7 Stunden · 1 Min. Lesezeit

Einsatzkräfte der Polizei haben in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ein Dutzend Objekte einer mutmaßlichen Bande von Prüfungsbetrügern durchsucht. Wie die Polizei und die Staatsanwaltschaft Osnabrück mitteilten, richtet sich das Verfahren gegen neun Verdächtige im Alter zwischen 26 und 51 Jahren. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, bundesweit gegen Bezahlung Einbürgerungs-, Sprach- oder Führerscheinprüfungen für andere Personen abgelegt oder dafür Stellvertreter vermittelt zu haben. Im Rahmen des Einsatzes wurden zwei Haftbefehle vollstreckt.
Die Ermittlungsbehörden prüfen derzeit mindestens hundert verdächtige Prüfungsfälle. Je nach Art des Tests verlangten die Tatverdächtigen von den Prüflingen Beträge zwischen mehreren hundert und mehreren tausend Euro. Die mutmaßliche Bande soll auf diese Weise rund 250.000 Euro eingenommen haben.
Zu den jeweiligen Prüfungsterminen erschienen nach Erkenntnissen der Ermittler entweder die Beschuldigten selbst oder von ihnen beauftragte Dritte. Die Stellvertreter gaben sich mithilfe gefälschter oder verfälschter Ausweise als die jeweiligen Teilnehmer aus. Die Behörden ermitteln deshalb unter anderem wegen des Verdachts der Urkundenfälschung, der Fälschung beweiserheblicher Daten sowie des bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern.
Im Zuge des Verfahrens wird zudem gegen einen nebenamtlichen Prüfer einer Industrie- und Handelskammer wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ermittelt. Bei den Razzien stellten die Einsatzkräfte diverse Beweismittel sicher, darunter Mobiltelefone, Laptops und Ausweisdokumente. Die Ermittlungen dauern an.
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